Der Wert der T1-Busse klettert in die Höhe und auch die Wertentwicklung des T2 setzt Ihre Aufwärtsspirale fort. Dies wirkt sich unweigerlich auf ihren Nachfolger, den T3 aus. Trotzdem bekommt man den kultigen Kasten-Bulli noch zum fairen Preis. Das Tolle daran ist, dass sie als sehr praktisch gelten – der Ersatzteilmarkt ist groß. Hier kommen unsere VW T3 Kauftipps vom Experten…

Äußerlich machte der T3 die wohl größte Veränderung mit im Vergleich zu seinem Vorgänger dem T2. Der Kasten-Bulli ist breiter und länger, die Scheiben sind größer. Während die bewährten Drehstabfedern vorne durch doppelte Querlenker ersetzt wurden, und hinten sich nun Schräglenker befinden, lebten andere VW-Traditionen wie der luftgekühlte Motor im Heck fort – und dieser rote Faden macht den T3 für seine treuen Anhänger so attraktiv. Selbst die frühe zweifarbige Farbgestaltung ahmte die des T2 nach, jedoch in eher grellen Gelb-, Grün- und Rottönen …

Leider erbte er auch die Rostanfälligkeit seines Vorgängers. Die Schweißnähte bereiten Besitzern die wohl größten Kopfschmerzen, genauso wie die wassergekühlten Motoren der späteren Baujahre – dazu an anderer Stelle mehr. Bei der umfangreichen Modellpalette gilt es zuerst, das richtige Baujahr für einen zu ermitteln. Hier also eine kleine Zeitreise…

Bei seiner Markteinführung 1980 lief der T3 als 1,6 Liter (50PS) oder 2,0 Liter (70PS) Variante vom Band. Am fehlenden zweiten Grill oberhalb der Frontstoßstange erkennt man dass einer der beiden luftgekühlten Boxermotoren unter der Haube schlummert. Den deutlich sparsameren 1,6 Liter (50PS) Dieselmotor verbaute VW ab 1981. Ende diesen Jahres und Anfang 1982 erhielten die Benziner eine Wasserkühlung – die kam mit 60 PS oder 78 PS. Die Produktion der lufgekühlten Serie wurde im Folgejahr eingestellt. Doch erst der 2,1 Liter (95PS) Wasserboxer mit Katalysator von 1985 gilt in der VW-Szene als ausgereift und robust – dicht gefolgt vom 70PS Turbodiesel.

Der Allrad Syncro von Daimler-Steyr-Puch mit 78PS-Motor stellte eine Neuheit auf dem Markt dar. Sondermodelle wie der ’Caravelle Carat’, der im September 1985 ausgeliefert wurde, waren beliebt bei Besserverdienenden. Der Carat-Quader mit quadratischen Scheinwerfern, drehbaren Sitzen, Kühlbox und sonstigem Sonnderausstattungs-Schnick-Schnack parkte seinerzeit in den Einfahrten nobler Nachbarschaften. Wer Westfalia ’Joker’ wurde in ’California’ umbenannt, bevor er das letzte Mal im Jahr 1990 in Hannover vom Band lief. Der allerletzte T3-Bulli war allerdings der Syncro, der 1992 das Werk in Graz (Österreich) verließ. Angeboten wurde der Kultbus u.a. auch als Pritschenwagen, Doppelkabine, Kastenwagen oder mit Hoch-, und Aufstelldach.

Karosserie

Kaufentscheidend ist der Zustand der Karosserie, denn Rostarbeiten sind nicht immer einfach und kosten viel Geld. Die Problemzone des kantigen Bullis sind die Schweißnähte. Die ab Werk aufgetragene elastische Dichtungsmasse trocknet im Alter aus. Wasserablagerungen lassen diese Bereiche gerne rosten.

Ein weiteres Manko sind die vorderen und hinteren Kotflügel – eine Schlammfalle. Hier gilt; immer zweimal hinschauen. Besondere Aufmerksamkeit sollte man außerdem dem Frontscheibenrahmen widmen, sowie dem Heckblech. In unserem Shop bieten wir allerlei Ersatzteile und Reparaturkits an um deinen Bulli für die Straße fit zu machen.

Auch der Tank ist bekannt für seine Rostanfälligkeit. Grund dafür ist das Design des Kraftstofftanks – ein beliebter Bereich für Wasserablagerungen. Wir empfehlen unters Auto klettern und sorgfältig nach Rost suchen. Unsere Ersatztanks gibt es schon ab ca. 150 Euro, der Einbau bei jüngeren Modellen kann allerdings sehr mühsam sein. Unbedingt kontrollieren sollte man außerdem die Türunterkanten.

Motoren

Ehrlich gesagt, ist keiner der Motoren brillant. Die luftgekühlten Motoren sowie die Saugdiesel sind streng genommen zu schwach für den T3. Die späten Wasserboxer sind bekannt für ihre vielen Schwachpunkte. Anders als Käfermotoren verfügen die luftgekühlten 50PS Motoren über Hydrostößel, einen konventionellen Ölfitler, sowie einen Lüfter am Ende der Kurbelwelle. Wir empfehlen den Zylinderkopf nach Rissen zu untersuchen. Ein überhitztes Triebwerk kann die Ursache solcher Schäden sein. Der durstige, aber robuste luftgekühlte 2,0 Liter (70PS) Motor ist deutlich zuverlässiger, aber auch hier gibt es typische Fehlerquellen. Der Solex-Vergaser neigt zu Luftlecks – ein Austausch verschafft Abhilfe. Ansonsten gilt wie immer nach blauem Rauch am Überlauf zu schauen – dieser kann auf kaputte Ventilführungen hinweisen.

Die WBX-Motoren kommen mit allerlei Schwachstellen. Die erwähnten undichten Kühlmanteldichtungen und korrodierte Zylinderköpfe sind keine Seltenheit. Frag beim Vorbesitzer nach ob die Kühlflüssigkeit regelmäßig gewechselt wurde. Mechaniker empfehlen Intervalle von zwei bis drei Jahren. Sollte die Kühlflüssigkeit auslaufen ist im schlimmsten Fall ein Komplettaustausch des Motors fällig. In unserem Online-Shop findest du wassergekühlte Motoren ab ca. 3.500 Euro.

Der DF 1.9 Liter Antrieb fühlt sich untermotorisiert an, sodass der DG Antrieb mit 78PS die die deutlich bessere Option ist – sei aber auch hier vorsichtig mit der Auspuffanlage. Das komplexe System zu reparieren ist kniffelig.

Der 1985er MV 2,1 Liter Antrieb bringt solide 95PS auf die Straße. Wenn du Glück hast findest du einen 2,1 Liter DJ MKB – dieser bringt ganze 112PS zusammen. Achte hier auf einen ruhigen Leerlauf. Auftretende Probleme könnten an defekten Sensoren liegen.

Viele Anhänger des T3 mögen die Dieselmotoren von Haus aus – sie passen zum kastigen Bulli-Image. Bei den frühen 1,6 Liter (51PS) CS Diesel ist Vorsicht geboten – diese sind schlichtweg zu schwach und sehr langsam. Ein Großteil der Motoren leiden mit der Zeiter unter ihrer hohen Laufleistung. Der 1,7 Liter (57PS) KY Diesel ist etwas besser, Ersatzteile aber rar. Sinnvoll ist daher der 1,6 Liter (70PS) JX Diesel – ein Garant für Fahrspaß. Hier auf Fehlzündungen und schlechte Performance achten. Ursache dafür kann ein gerissener Zylinderkopf sein.

Fahrwerk

Sind Zustand von Chassis und Motor in Ordnung ist das deine halbe Miete. Kontrolliere an der vorderen Aufhängung die Stabilisatoren, Querlenker und Kugelgelenke. An der hinteren Aufhängung solltest du den Längslenker inspezieren – auch hier kann Rost lauern.

Beide, das Viergang-Schaltgetriebe und Fünfgang-Schaltgetriebe profitieren von regelmäßigen Ölwechsel. Erkundige dich beim Vorbesitzer wie oft und wann zuletzt ein Wechsel stattfand.

Empfehlung

Kaufentscheidend für einen T3 ist der Zustand der Karosse. Man sollte verrostete Schweißnähte unbedingt veruschen zu vermeiden. Bei den Motoren gibt es keinen klaren Gewinner, doch der 1,6 Liter Turbodiesel und der 2,1 Liter Benziner stellen eine gute Wahl dar. Am meisten Charme und Prestige versprühen die Luftgekühlten, doch diese sind eigentlich zu schwach und sehr durstig. Beim Kauf des Kult-Kastens gibt es noch mehr Dinge zu beachten. So gibt es z.B. die Westfalia-Produktion oder Busse aus englischen Werken wie Danbury, Holdsworth oder Autosleeper. Bei den ’Westies’ ist der Atlantic höher als der California; durch seine Doppelverglasung lässt sich allerdings das seitliche Schiebefenster nicht öffnen. Ein extra ’buddy seat’ für deine Freunde wie wir in England sagen steigert den Wert des Autos. Hochdach oder Aufstelldach unterliegen persönlichen Präferenzen. Am Schluss geht es noch darum zu kontrollieren, ob all die kleinen Extras voll funktionstüchtig sind. Und wenn nicht, ob es Ersatzteile gibt. Teste die Kochplatten und untersuche den zusätzlichen Wassertank nach Lecks.

Kosten

T1 und T1 Modelle driften in die oberen Sphären ab. Der T3 folgt diesem Trend. Trotzdem gibt es den Kultbus noch zu erschwinglichen Preisen. Im Schnitt liegt der Preis für eine VW T3 im Zustand 2 bei 12.500 Euro. Mäßige Exemplage mit Restaurierungsbedarf starten manchmal schon ab 2.500 Euro. Sondermodelle und Camper kosten je nach Zustand gerne weit über 10.000 Euro.

In diesem Sinne, Happy Hunting!

Ian

 

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