Arbeitsgerät, Camper, Sufer-Bus und Wochenendspielzeug – es gibt viele Gründe weshalb die Leute den VW T4 lieben – und es werden immer mehr. In der VW Szene hat es sich längst herumgesprochen. Der T4 lässt sich noch zu erschwinglichen Preisen erstehen und eignet sich als Alltagswagen. In Heritage Tradition gibts es auch zu diesem Modell unsere VW T4 – Kauftipps vom Experten.

Geschichtsstunde

Die ersten Gerüchte über einen Nachfolger des T3 machten schon 1982 die Runde – genau im selben Jahr lösten WBX-Motoren die Luftkühler ab – der erste Prototype lief vom Band. VW setzte noch einen oben drauf, setzte den Motor nach vorne und machte aus dem Bus eine Frontantriebler.

Die ersten Versuchszeichnungen erinnerten an einen Renault Espace mit großen Glasflächen. Den Innenraum gestalteten die Designer angelehnt an den 2er Golf.

Der finale Design-Entwurf wurde intern von VW, sowie von Test-Kunden im  Rahmen einer Umfrage mit 80% Zufriedenheit abgesegnet. Die wohl größte Verbesserung im Vergleich zum T3 ist seine Praxistauglichkeit. Obwohl das neue Cockpit-Design mit einem Preis ausgezeichnet wurde, sahen die meisten befragten Teilnehmer die größte Veränderung im gesteigerten Fahrerkomfort – das zeigt wie beliebt der T3 schon zu seiner Zeit war.

Produktion

Die ersten T4 liefen 1990 vom Band. Es war ein großer Schritt vom Vorgängermodell zum deutlich moderneren T4 Bus, doch schon bald wurde er bekannt für seine robuste Bauweise und Zuververlässigkeit.

Der Hannoveraner wurde mit langen und kurzen Radständen produziert und kam in verschiedenen Dachhöhen. Der Eurovan, Kombi, Caravelle und Synchro 4×4 bildeten u.a. weitere Modellvarianten. Den T4 gibt es auch als Canpervan – für diese Modelle hat sich der Name Westfalia im Volksmund durchgesetzt.

Mit dem ersten Facelift im Jahr 1996 wurde die Nase länger um optional den VR6 Kraftprotz zu verbauen. Modelle mit der kurzen Nase heißen T4a; Modelle mit langer Nase T4b. Neue Stoßstangen konnten anders als zuvor dreiteilig fortan in einem Stück hergestellt werden.

2005 musste der T4 dem T5 weichen.

Motoren

Die Benziner gibt es als 1.8, 2.0 und 2.5 Liter Fünfzylindermotoren. Der VR6 kommt mit 2.8 Liter. Ab 2000 war der VR6 mit 170PS erhältlich – der macht Spaß, ist aber auch ziemlich durstig.

Die Diesel gingen mit einem 1.9D, 1.9TD und einem 2.4D and den Start. Der 2.5TDI brachte zunächst 88PS auf die Straße, ab 1995 schon 102PS und ab 1998 ganze 151PS.

Von den vielen Dieselexemplaren auf dem Markt sind die 2.5 Liter TDI am beliebtesten – dank ordentlicher Motorisierung bieten diese Modelle die beste Performance. Doch auch durch die Montage eines Ladeluftkühlers kann man recht unkompliziert aus einem 88PS Bus ganze 102PS rausbekommen. Mit etwas Tuning ist bis ca 150PS alles möglich. Vorsicht: je komplexer der Motor, desto teurer das Steuergerät und etwaige Reparaturen.

Der 1.9TD ist ebenfalls eine gute Wahl – garantiert nicht schnell dafür verfügt er über Tuningpotenzial und ist für weniger Geld zu haben als der 2.5TDI. Die Saugdiesel fühlen sich deutlich untermotorisiert an. Obwohl man meinen sollte, der 2.4 Liter Diesel bringt die nötige Leistung auf die Straße – er bringt es nicht.
Generell sind alle Motoren zuverlässig, wobei beim 2.4 Liter Diesel die Zylinderkopfdichtung als bekannte Schwachstelle gilt.

Der TDI Zahrnriemen treibt ebenfalls die Wasserpumpe an. Sollte diese kaputt gehen muss entsprechend auch der Zahnriemen gewechselt werden. Wer auf Nummer sicher gehen will tauscht den Zahnriemen und die Wasserpumpe direkt aus um Folgeschäden wie z.B. eine gebrochene Nockenwelle zu vermeiden.

Die Getriebe sind robust. Du solltest trotzdem darauf achten, dass keiner der Gänge herausspringt oder die Synchronisierung nicht stimmt; das kann speziell bei Langläufern mit hohen Kilometern auf dem Tacho vorkommen. Die Kupplung der T4 Busse ist hydraulisch, untersuche daher den Bereich um den Pedalkasten nach Flüssigkeitslecks. Wenn du sowieso unterm Auto liegst kontrolliere auch gleich die Pedalbox an sich. Der Kupplungsgeberzylinder gilt als Schwachstelle des T4.

Karosserie

Der Rostschutz ist beim T4 glücklicherweise deutlich besser als bei seinen Vorgängermodellen. Trotzdem lohnt sich auch hier ein Blick auf die bekannten Problemzonen. Nach Rost sollte man beim VW T4 an den Scheibenrahmen, den Kotflügelkanten, der Tankklappe und den Verschweißungen an A- und C-Säule der Fahrerseite schauen. Besonder in Augeschein genommen werden sollten Exemplare aus den Baujahren ’94/’95. Grund dafür ist die Umstellung auf Wasserbasislacke, die VW anfangs noch Probleme bereitete.

 

Elektronik

Nimm dir genug Zeit um die Elektronik zu checken. Fensterheber, Kontrollleuchten, etc. Die ’Westy’ Tanksensoren sind bekannt dafür mit der Zeit kaputt zu gehen – der Austasch kann teuer werden. Überprüfe außerdem Verkabelung an der Fahrertür, sowie die Zentralverriegelung (sofern vorhanden).

 

Aufhängung

Ungleicher Reifenverschleiß kann auf alte Buchsen hinweisen oder das Auto wurde durch einen früheren Aufprall aus dem Gleichgewicht gebracht. Ein holpriges Fahrverhalten auf unbefestigtem Bodenbelag kann auf alte untere Kugelgelenke, eine kaputte Spurstange oder kaputte Stabilisatoren hinweisen. Defekte Querlenkerbuchsen können laute Geräusche aus dem hinteren Bereich des Autos verursachen.

Anfangs gab es die Servolenkung für den T4 nur als Option, währen die späteren Modelle standardmäßig mit Servolenkung ausgestattet sein sollten; hier immer die Servoflüssigkeit überprüfen und Lecks ausschließen.

Bremsen

Die Bremsen des T4 gelten als solide und zuverlässig. Hier sind keine besonderen Eigenheiten oder Probleme zu erwarten. Die üblichen Bremstests sollten dir einen Eindruck über den Zustand der Bremsen verschaffen. Achte darauf, dass nichts rüttelt aufgrund von verzogenen Scheiben. Zieht der Bus beim Fahren nach links oder rechts kann dies an einem festsitzenden hinteren Bremssattel liegen. Ersatz ist nicht teuer – dasselbe gilt für Bremsscheiben und Beläge.

Wie immer auch die Funktionalität der Handbremse kontrollieren – diese kann gerne mal festsitzen oder klemmen wenn das Auto eine Weile stand.

 

 

Kosten

Nach classic analytics liegt ein VW T4 im Zustand 2 bei rund 5.000 Euro, mäßige Exemplare gibt es schon für 1.400 Euro. Bei Sondermodellen muss man mit deutlich höheren Preisen rechnen.

Fazit

Das Fazit beim T4 fällt klar aus. Die besten Exemplare sind solche, an denen nichts großen getan wirde. Am Besten sucht man nach alten ’Handwerkerexemplaren’ die regelmäßige Services bei der VW-Vertragswerkstatt genossen. Findet man dann noch ein Modell nach der großen Aufwertung von 1996 heißt es zuschlagen!

 

Sollten auf dich und deinen neuen Bus Reparaturen zukommen, haben wir dafür mit unserer neuen T4 Produktpalette schon vorgesorgt.

In diesem Sinne, Happy Hunting!

Ian

Die genannten Empfehlungen geben die persönliche Meinung des Autors des Artikels wieder und entsprechen nicht zwingend der Ansicht und Meinung der VW Heritage. 

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